Tag des Urheberrechts und DRM

Letzte Woche war ja Tag des geistigen Eigentums, und eigentlich wäre schon der offene Brief der “Kulturschaffenden” (äh….Tokio Hotel…alles klar!) an unsere Frau Merkel, sowie die sehr treffende Reaktion von Nerdcore einen Post wert gewesen, der leider aus Zeitmangel ausblieb. Sehr treffend fand ich auch die Zusammenfassung von Netzwertig (ehemals Beobachtungen zur Medienkonvergenz): Letzten Endes ist das aber alles vergebene Liebesmüh. Eine Industrie, der nach 10 Jahren eines veränderten Marktes immer noch als einzige Antwort nur das Verklagen ihrer Kunden einfällt, hat es schlicht nicht verdient, zu überleben. Punkt. Angie wird uns aber retten, denn sie will ja jetzt das Herunterladen von Computern verbieten. Vielleicht hätte sie mal jemand fragen sollen, der sich mit sowas auskennt…

Soweit, so gut. Heute schreckt mich aber jene Meldung von Spiegel Online wieder hoch, die besagt, dass Microsoft seine “Playforsure”-DRM-Server zur Jahresmitte abschaltet. Wann immer ein Kunde nun seinen PC aufrüstet, oder seine gekaufte (!) Musik auf einen neuen Rechner kopieren möchte, müsste sich eigentlich bei einem dieser Server melden, die ihm bestätigen könnten, dass er der rechtmäßige Besitzer ist, und die Musik weiterhin hören darf. Gibt es diese Server nicht mehr, läuft die Musik nur noch auf dem aktuellen Rechner, in genau der jetzigen Konfiguration. Soviel zur Aussagekraft des Namens des DRM-Systems. Und jetzt ist das nicht irgendein kleines, zweifelhaftes Musikportal, welches diesen Schritt geht, nein, das ist Microsoft! Die sind auch nicht pleite, denen geht’s auch nicht schlecht, die haben einfach keine Lust mehr darauf. Und das Geld haben sie ja schließlich bereits bekommen, was interessiert sie da noch ihre Kunden? Eben. So läuft das heutzutage. Und da fragt sich die Musikindustrie noch ernsthaft, warum ihre Umsätze zurückgehen? Nein, natürlich nicht, das ist für mich alles nur inszeniertes Lobbying. Ein Großteil der Brief-Unterzeichner wurde ja letzte Woche auch auf dem CDU-Kulturgipfel in Berlin gesehen (siehe Netzpolitik). Ob die da wohl gleich zusammen Angies Video-Antwort ausgearbeitet haben…?

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